
Was tun, wenn dein Kind an einer Atemwegserkrankung leidet? – Einfühlsamer Ratgeber für Eltern
Atemwegserkrankungen bei Kindern können beängstigend sein – besonders, wenn dein kleiner Schatz plötzlich hustet, fiebert oder schwerer atmet. Doch keine Sorge: Mit dem richtigen Wissen, liebevoller Pflege und einem wachsamen Auge kannst du deinem Kind helfen, sich bald wieder besser zu fühlen. In diesem Beitrag erfährst du, worauf du achten solltest, wie du zu Hause gut unterstützen kannst – und wann es Zeit ist, ärztlichen Rat einzuholen.
Was sind Atemwegserkrankungen eigentlich?
Atemwegserkrankungen betreffen Nase, Hals, Bronchien oder Lunge – und gehören bei Babys und Kleinkindern zu den häufigsten Gesundheitsproblemen, vor allem in den kalten Monaten oder bei Kita-Besuch.
Typische Erkrankungen:
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Erkältung: laufende Nase, leichter Husten, geringe Temperatur
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Bronchiolitis: pfeifender Atem, schneller Atem, Reizhusten (meist durch RSV)
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Pseudokrupp: bellender Husten, Heiserkeit, Atemnot (v.a. nachts)
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Asthma: pfeifender Atem, Atemnot, Husten (vor allem nachts)
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Lungenentzündung: hohes Fieber, Husten, schnelle Atmung, Brustschmerzen
Erste Schritte bei Atemwegssymptomen
1. Ruhe bewahren & gut beobachten
Achte auf:
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Atemfrequenz und -tiefe
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Trinkverhalten
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Müdigkeit, Reizbarkeit
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Einziehungen am Brustkorb oder Nasenflügeln
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Bläuliche Lippen – ein Alarmsignal!
2. Sanfte Pflege zu Hause
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Viel Flüssigkeit: stilles Wasser, Muttermilch oder geeignete Getränke
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Raumklima verbessern: Luftbefeuchter oder Schale mit Wasser aufstellen
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Nasenspülung + Nasensauger: hilft bei verstopfter Nase (v.a. bei Babys)
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Ausruhen: kein Stress, kein Toben – Schlaf ist jetzt besonders heilsam
Tipp: Für Kinder ab 1 Jahr kann ein Teelöffel Honig den Husten lindern (laut AAP).
3. Vorsicht bei Medikamenten!
Husten- und Erkältungsmittel aus der Apotheke sind nicht für Kinder unter 4 Jahren geeignet – sie können gefährliche Nebenwirkungen haben. Bitte immer erst mit dem Kinderarzt sprechen.
Wann solltest du unbedingt zum Arzt?
Bitte suche umgehend ärztliche Hilfe, wenn dein Kind:
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schwer oder auffällig schnell atmet
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einen bellenden Husten hat, der sich verschlimmert
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länger als 2 Tage hohes Fieber hat (> 38,5 °C)
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nichts mehr trinken möchte oder erbricht
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schläfrig, apathisch oder schwer zu wecken ist
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blaue Lippen oder Fingernägel zeigt
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beim Atmen die Rippen sichtbar einzieht
Notfall? Wann ins Krankenhaus?
Wähle den Notruf 112 oder fahre sofort in die Klinik, wenn dein Kind:
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Atemnot hat oder kurzzeitig aufhört zu atmen
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keine Laute mehr von sich gibt (z. B. nicht mehr schreit oder spricht)
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einen Fieberkrampf bekommt
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bläulich um Mund oder Gesicht wird
So schützt du dein Kind langfristig
1. Impfschutz aufrechterhalten
Wichtige Impfungen: DTaP, Hib, Pneumokokken, Grippe, COVID-19
Frage bei Frühchen oder Risikokindern nach dem RSV-Antikörper (Nirsevimab)
2. Gute Hygiene fördern
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Hände regelmäßig 20 Sekunden mit Seife waschen
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Keine Trinkflaschen oder Bestecke teilen
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Türklinken, Spielzeug & Oberflächen desinfizieren
3. Stillen – wenn möglich
Muttermilch stärkt mit natürlichen Antikörpern das Immunsystem
4. Rauchfreie Umgebung
Bitte niemals in der Nähe von Kindern rauchen – Passivrauch schwächt die Abwehrkräfte erheblich.
Expertenrat für dich
„Kinder machen im Jahr oft 6–10 Atemwegsinfekte durch. Das ist Teil ihrer natürlichen Entwicklung. Wichtig ist, dass du weißt, wie du liebevoll begleiten kannst – und wann Hilfe nötig ist.“
– Dr. Tanya Altmann, Kinderärztin & Autorin
Eltern-Tipp von DabiDabi
Vertraue deinem Gefühl. Du kennst dein Kind am besten. Und auch wenn ein Infekt manchmal wie ein Sturm wirkt – mit deiner Fürsorge wird daraus schnell wieder Sonnenschein.