
Wurminfektionen bei Kindern: Ursachen, Symptome, Behandlung und Prävention
Wurminfektionen gehören weltweit zu den häufigsten Gesundheitsproblemen bei Kindern – vor allem in warmen Klimazonen und Regionen mit unzureichender Hygiene. Wer Symptome frühzeitig erkennt und gezielte Vorsorgemaßnahmen trifft, schützt das Wohlbefinden und Wachstum seines Kindes.
Was sind Wurminfektionen?
Wurminfektionen (Helmintheninfektionen) entstehen, wenn parasitäre Würmer wie Madenwürmer, Spulwürmer, Hakenwürmer oder Bandwürmer den Darm oder andere Organe des Kindes befallen. Diese Parasiten behindern die Nährstoffaufnahme, können zu Mangelernährung führen und im Fall unbehandelter Infektionen eine Blutarmut verursachen.
Häufige Wurmarten bei Kindern
1. Madenwürmer (Enterobius vermicularis): Die häufigste Wurmart bei Kindern. Übertragung meist durch Hand-Mund-Kontakt, besonders in Gemeinschaftseinrichtungen.
2. Spulwürmer (Ascaris lumbricoides): Können sehr groß werden und bei starkem Befall einen Darmverschluss verursachen.
3. Hakenwürmer (Ancylostoma, Necator): Dringen über die Haut in den Körper ein, z. B. beim Barfußlaufen auf kontaminiertem Boden. Können Eisenmangelanämie auslösen.
4. Bandwürmer (Taenia-Arten): Aufnahme durch den Verzehr von unzureichend gegartem Fleisch.
Ursachen und Übertragungswege
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Spielen in verschmutzter Erde
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Ungewaschenes Obst oder Gemüse essen
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Trinken von verunreinigtem Wasser
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Schlechte Händehygiene
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Barfußlaufen in unhygienischer Umgebung
Laut CDC (2024) sind Kinder besonders gefährdet, da ihr Immunsystem noch in Entwicklung ist und sie häufig engen Kontakt mit anderen Kindern haben.
Symptome von Wurminfektionen
Je nach Wurmtyp können folgende Beschwerden auftreten:
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Juckreiz am After (meist nachts)
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Bauchschmerzen
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Appetitlosigkeit oder ungewöhnlich starker Hunger
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Gewichtsverlust oder ausbleibende Gewichtszunahme
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Müdigkeit, Schwäche
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Übelkeit, Erbrechen
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Sichtbare Würmer im Stuhl oder im Analbereich
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Blutarmut bei Hakenwurmbefall
Bei anhaltenden Symptomen sollte ein Kinderarzt aufgesucht werden.
Diagnostik
Zur Diagnose werden üblicherweise eingesetzt:
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Stuhlprobe (Nachweis von Eiern oder Würmern)
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Klebestreifen-Test (insbesondere bei Madenwürmern)
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Blutuntersuchung (bei Verdacht auf Anämie oder Eosinophilie)
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Ultraschall oder bildgebende Verfahren (bei Darmverschluss)
Behandlung
Wurminfektionen lassen sich in der Regel gut mit Anthelminthika behandeln, z. B.:
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Albendazol
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Mebendazol
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Pyrantel-Pamoat (bei Madenwürmern)
Diese Medikamente sind in der Regel gut verträglich. Meist genügt eine Einzeldosis, die nach 2 Wochen wiederholt wird, um eine erneute Infektion zu verhindern. Eine ärztliche Beratung ist stets erforderlich.
Vorbeugung
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Hände regelmäßig und gründlich mit Seife waschen – besonders vor dem Essen und nach dem Toilettengang
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Fingernägel kurz halten
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Kein Barfußlaufen auf Erde in unsauberen Umgebungen
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Obst und Gemüse gründlich waschen
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Nur sauberes, aufbereitetes Wasser trinken
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In Risikogebieten: regelmäßige Entwurmung alle 6–12 Monate (laut WHO-Empfehlung)
Ernährung und Erholung
Da Wurmbefall die Nährstoffaufnahme stören kann, ist eine nährstoffreiche Ernährung nach der Behandlung besonders wichtig:
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Eisenreiche Lebensmittel wie Fleisch und grünes Blattgemüse
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Vitamin A und weitere Mikronährstoffe
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Viel Flüssigkeit
Laut dem „Nelson Textbook of Pediatrics“ ist eine gezielte Ernährung essenziell für das Aufholen von Entwicklungsverzögerungen nach einer Infektion.
Wann zum Arzt?
Ein Arztbesuch ist ratsam bei:
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Anhaltenden Bauchschmerzen
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Ungewolltem Gewichtsverlust
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Blut im Stuhl
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Starker Juckreiz am After
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Sichtbaren Würmern im Stuhl
Frühe Diagnose und Therapie beugen Folgeerkrankungen vor und fördern die gesunde Entwicklung Ihres Kindes.
Wichtige Erkenntnisse
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Wurminfektionen sind bei Kindern häufig – aber gut behandelbar.
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Gute Hygiene, sicheres Trinkwasser und regelmäßige Entwurmung sind die beste Prävention.
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Eine gesunde Ernährung unterstützt die Erholung und das Wachstum.