
Neurodermitis bei Kindern und Erwachsenen: Ursachen, Symptome & Behandlung
Neurodermitis (auch bekannt als atopische Dermatitis oder Ekzem) ist eine chronische, nicht ansteckende Hauterkrankung, die bei Kindern und Erwachsenen auftreten kann. Sie äußert sich durch trockene, juckende, entzündete Haut, die die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen kann.
1. Was ist Neurodermitis?
Laut der American Academy of Dermatology (AAD) leiden weltweit etwa 10–20 % der Kinder und 1–3 % der Erwachsenen an Neurodermitis. Die Erkrankung beginnt oft im frühen Kindesalter und kann bis ins Erwachsenenalter bestehen bleiben. Sie tritt häufig zusammen mit Allergien wie Heuschnupfen oder Asthma auf.
2. Ursachen
Neurodermitis entsteht durch eine Kombination mehrerer Faktoren:
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Vererbung: Familiäre Vorbelastung mit Ekzemen oder Allergien
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Gestörte Hautbarriere: Wasserverlust durch die Haut
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Überreaktion des Immunsystems auf Umweltreize wie Pollen, Tierhaare, Reinigungsmittel
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Klimatische Bedingungen: Trockene Luft, Kälte
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Psychische Belastungen: Stress kann Schübe verstärken
3. Symptome
Die Symptome variieren je nach Alter und Schweregrad:
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Trockene, raue oder schuppige Haut
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Starker Juckreiz, insbesondere nachts
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Rötung, Nässen und Entzündung
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Verdickung der Haut durch Kratzen (Lichenifikation)
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Bei Säuglingen: häufig an Wangen und Kopfhaut
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Bei Erwachsenen: vor allem an Hals, Händen, Augenlidern, Ellenbogen und Kniekehlen
4. Ist Neurodermitis ansteckend?
Nein. Neurodermitis ist nicht ansteckend und wird weder durch Kontakt noch über Körperflüssigkeiten oder Gegenstände übertragen.
5. Behandlung
Eine Heilung gibt es nicht, aber gezielte Pflege lindert die Beschwerden:
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Tägliche Feuchtigkeitspflege mit Harnstoff, Ceramiden oder Glycerin
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Parfümfreie Reinigungsprodukte ohne Seife oder Sulfate
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Kurze, lauwarme Bäder, danach sofort eincremen
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Medikamente: Kortisoncremes, Calcineurin-Inhibitoren, Antihistaminika oder Antibiotika (bei Infektion)
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Lichttherapie unter ärztlicher Aufsicht
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Ernährungsanpassung bei nachgewiesenen Unverträglichkeiten
6. Vorbeugung
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Reizstoffe und Allergene vermeiden
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Weiche Baumwollkleidung tragen
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Raumluft im Winter befeuchten
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Hypoallergene Hautpflege verwenden
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Stress reduzieren durch Entspannungsmethoden
7. Wann zum Arzt?
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Ausgeprägte oder ausgedehnte Ekzeme
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Anzeichen einer Infektion (Eiter, Fieber, starke Rötung)
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Keine Besserung trotz Pflege
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Schlafstörungen durch Juckreiz
Fazit
Neurodermitis lässt sich durch gezielte Pflege, medizinische Beratung und ein angepasstes Lebensumfeld gut kontrollieren. Mit einem bewussten Umgang lassen sich Beschwerden lindern und die Lebensqualität nachhaltig verbessern.
Quellen: