Do Parents Really Know How to Perform First Aid for Choking in Children?

Wissen Eltern wirklich, wie man Erste Hilfe bei Verschlucken leistet?

Ein Moment der Unachtsamkeit – und plötzlich verschluckt sich das Kind. Ein Stück Traube, eine Erdnuss, ein kleines Spielzeugteil oder sogar ein Stück Brot: Verschlucken gehört zu den häufigsten und gefährlichsten Notfällen im Kindesalter.

Nach Angaben der American Academy of Pediatrics (AAP) ist Ersticken eine der führenden Ursachen für Verletzungen und Todesfälle bei Kindern unter 4 Jahren.

Eltern können in einer solchen Situation mit den richtigen Handgriffen das Leben ihres Kindes retten. Doch sind Sie wirklich vorbereitet, wenn es darauf ankommt? Hier erklären wir die wichtigsten, lebensrettenden Schritte – klar, einfach und zuverlässig.


Warum Kinder besonders gefährdet sind

Kinder verschlucken sich leichter, weil:

  • ihre Atemwege sehr klein und rasch blockiert sind,

  • sie Nahrungsmittel oft nicht gründlich kauen,

  • sie alles gern mit dem Mund erkunden,

  • bestimmte Lebensmittel (z. B. Trauben, Würstchen, Nüsse, Popcorn) ein besonders hohes Risiko darstellen.


Warnzeichen eines Erstickungsnotfalls

Frühes Erkennen kann Leben retten. Achten Sie auf:

  • keine Möglichkeit zu atmen, weinen oder husten,

  • hohe, pfeifende Atemgeräusche oder völlige Stille,

  • bläuliche Haut oder Lippen,

  • Hände am Hals (klassisches „Verschluckt“-Signal).

Wenn Ihr Kind kräftig hustet: ermutigen Sie es, weiterzuhusten und beobachten Sie es. Wenn es nicht mehr atmen oder husten kann: handeln Sie sofort.


Schritt-für-Schritt-Erste Hilfe bei Säuglingen (unter 1 Jahr)

Nach den Empfehlungen des Amerikanischen Roten Kreuzes und der Mayo Clinic:

  1. Reagiert das Baby? Rufen Sie seinen Namen, prüfen Sie die Reaktion.

  2. Hilfe holen – Lassen Sie jemanden den Notruf wählen (in Deutschland: 112).

  3. Positionieren – Baby bäuchlings auf Ihren Unterarm legen, Kopf und Nacken stützen.

  4. 5 Rückenschläge – Mit dem Handballen kräftig zwischen die Schulterblätter schlagen.

  5. Umdrehen – Baby vorsichtig auf den Rücken drehen, auf den Oberschenkel legen.

  6. 5 Bruststöße – Mit zwei Fingern in der Mitte des Brustkorbs, knapp unterhalb der Brustwarzenlinie, drücken.

  7. Abwechselnd 5 Rückenschläge und 5 Bruststöße, bis das Fremdkörperteil herauskommt oder das Baby bewusstlos wird.

  8. Wird das Baby bewusstlos: sofort mit Wiederbelebung (CPR) beginnen, bis Hilfe eintrifft.


Schritt-für-Schritt-Erste Hilfe bei Kindern (über 1 Jahr)

  1. Fragen – Kann das Kind sprechen oder husten? Wenn nein und es nickt, sofort handeln.

  2. Position – Hinter das Kind stellen oder knien, Arme um die Taille legen.

  3. Faust machen – Daumenseite knapp oberhalb des Bauchnabels ansetzen.

  4. Heimlich-Handgriff – Mit schnellen, kräftigen Stößen nach innen-oben drücken.

  5. Wiederholen, bis das Hindernis herauskommt oder das Kind bewusstlos wird.

  6. Wird das Kind bewusstlos: mit CPR beginnen.


Was Sie auf keinen Fall tun sollten

❌ Keine „blinden“ Fingergriffe in den Mund – Gefahr, das Objekt tiefer zu schieben.
❌ Nicht am Kind rütteln oder schütteln – das hilft nicht und kann verletzen.
❌ Kein Wasser einflößen – es kann die Blockade verschlimmern.


Vorbeugung ist die beste Erste Hilfe

So senken Sie das Risiko:

  • Lebensmittel in kleine, altersgerechte Stücke schneiden,

  • keine Nüsse, Popcorn, harte Bonbons oder ganze Trauben für Kinder unter 4,

  • Mahlzeiten immer beaufsichtigen – nicht rennen, spielen oder reden mit vollem Mund,

  • kleine Objekte, Münzen, Batterien und Spielzeugteile außer Reichweite aufbewahren,

  • Erste-Hilfe-Kurs für Eltern besuchen – Wissen kann Leben retten.


Die emotionale Seite: Ruhe bewahren

In einem Notfall zählt jede Sekunde. Panik kostet wertvolle Zeit. Atmen Sie tief durch, konzentrieren Sie sich, erinnern Sie sich an die erlernten Schritte – je ruhiger Sie bleiben, desto wirksamer können Sie helfen.


Fazit

Ein Kind kann sich innerhalb von Sekunden verschlucken – und doch können Eltern in dieser kritischen Situation Leben retten. Ein wenig Vorbereitung, etwas Übung und die richtige Ruhe im Ernstfall können den entscheidenden Unterschied machen.

Quellen

  1. American Academy of Pediatrics (AAP)

  2. American Red Cross – Child Choking

  3. American Red Cross – Infant Choking

  4. Mayo Clinic

  5. Weltgesundheitsorganisation (WHO)


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