
Wetterallergien bei Kindern: Ursachen, Symptome und wie Eltern helfen können
Der Wechsel der Jahreszeiten bringt viele schöne Momente – blühende Blumen im Frühling, warme Sommertage, buntes Herbstlaub und gemütliche Winterabende. Für manche Kinder bedeuten diese Veränderungen jedoch auch Unwohlsein: Wetterallergien.
Laufende Nasen, juckende Augen, Husten oder Hautreaktionen können den Alltag erheblich belasten – nicht nur für das Kind, sondern auch für die ganze Familie. Dieser Ratgeber erklärt Ursachen, Symptome, Vorbeugung und Behandlungsmöglichkeiten – und wie Eltern ihre Kinder liebevoll durch die Jahreszeiten begleiten können.
Was sind Wetterallergien bei Kindern?
Wetterallergien entstehen, wenn das Immunsystem eines Kindes auf jahreszeitliche Reize überreagiert, zum Beispiel auf:
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Pollen von Bäumen, Gräsern oder Kräutern
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Schimmelsporen, die bei Feuchtigkeit gedeihen
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Hausstaubmilben, die je nach Klima aktiver sind
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Kalte Luft, die Atemwege austrocknet und reizt
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Plötzliche Temperaturwechsel, die Haut und Atemwege belasten
Oft treten diese Reaktionen im Rahmen eines Heuschnupfens (allergische Rhinitis) oder als Ekzem-Schübe auf.
Häufige Auslöser nach Jahreszeit
Frühling
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Baumpollen als stärkster Auslöser
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Schimmelsporen durch Regen und Feuchtigkeit
Sommer
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Gräserpollen auf dem Höhepunkt
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Insektenstiche können allergische Reaktionen auslösen
Herbst
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Unkrautpollen (z. B. Beifuß, Ragweed)
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Schimmel auf feuchtem, gefallenem Laub
Winter
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Hausstaubmilben und Tierhaare verstärkt in Innenräumen
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Kalte, trockene Luft reizt Haut und Atemwege, Asthma-Schübe nehmen zu
Symptome, auf die Eltern achten sollten
Atemwege
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Niesen
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Laufende oder verstopfte Nase
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Husten, pfeifende Atmung
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Kratzen im Hals
Augen
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Rötung
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Jucken
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Tränenfluss
Haut
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Trockenheit, Ekzemschübe
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Nesselsucht (Quaddeln)
Verhalten
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Häufiges Reiben von Augen oder Nase
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Unruhiger Schlaf
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Reizbarkeit
Allergie oder Erkältung – woran erkenne ich den Unterschied?
Merkmal | Allergie | Erkältung |
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Ursache | Reaktion auf Allergene | Virale Infektion |
Fieber | Selten | Häufig |
Beginn | Sofort nach Allergen-Kontakt | 1–3 Tage nach Ansteckung |
Dauer | Wochen bis Monate | 7–10 Tage |
Nasensekret | Klar | Später oft gelblich/grün |
Diagnose
Eine Kinderärztin oder ein Allergologe kann Wetterallergien bestätigen durch:
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Anamnese (Familien- und Krankengeschichte)
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Körperliche Untersuchung
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Hauttests (Prick-Test)
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Bluttests (spezifische Antikörper gegen Allergene)
Behandlungsmöglichkeiten
Hausmittel & Alltagstipps
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Fenster an starken Pollentagen geschlossen halten
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Luftreiniger mit HEPA-Filter verwenden
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Haare und Kleidung nach draußen wechseln bzw. waschen
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Nasenspülungen mit Kochsalzlösung anwenden
Medizinische Behandlung (nur nach ärztlicher Rücksprache)
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Antihistaminika (Sirup oder Kautabletten)
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Nasensprays mit Kortison gegen Entzündungen
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Augentropfen bei allergischer Bindehautentzündung
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Rückfettende Cremes für empfindliche Haut
Vorbeugungstipps für Eltern
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Tägliche Pollenvorhersagen prüfen und Aktivitäten anpassen
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Luftfeuchtigkeit im Haus bei 40–50 % halten
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Regelmäßig staubsaugen (HEPA-Filter)
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Auf starke Düfte oder aggressive Reinigungsmittel verzichten
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Kinder nach dem Spielen draußen gründlich Hände waschen lassen
Wann sollten Eltern zum Arzt?
Sofortige medizinische Hilfe ist nötig, wenn das Kind:
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Atemnot hat
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Schwellungen im Gesicht oder an den Lippen zeigt
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Starke Quaddeln entwickelt
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Anzeichen einer Anaphylaxie zeigt (Notruf 112 wählen)
Emotionaler Beistand: Das Kind nicht allein fühlen lassen
Allergien können einschränken – Kinder dürfen nicht draußen spielen, wenn Pollenflug hoch ist, oder fühlen sich anders als ihre Freund:innen. Eltern können unterstützen, indem sie:
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kindgerecht erklären, was Allergien sind,
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alternative Indoor-Aktivitäten planen,
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mit Lehrkräften über die Allergie sprechen, damit auch in der Schule Rücksicht genommen wird.
Fazit
Wetterallergien sind für Kinder unangenehm, aber mit Aufmerksamkeit und Fürsorge gut beherrschbar. Mit einem Mix aus Vorbeugung, richtiger Behandlung und liebevoller Begleitung können Eltern ihren Kindern helfen, die Jahreszeiten nicht nur zu ertragen – sondern trotzdem zu genießen.